Schmuck in der ehemaligen HfG Ulm / Online Magazin

Schmuck in der ehemaligen HfG Ulm

08. Dezember 2009 Ulm

Preisübergabe im Ulmer Weishaupt Museum. Julia Hanisch, zusammen mit Reinhold Ludwig, freut sich über den Niessingring Planet.

Die erste Siegerin beim Publikumspreis des Art Aurea Online-Magazins „Schmuck des Monats“ heißt Julia Hanisch. Sie hatte aus den für die Modern Jewelry Collection nominierten Schmuckstücken den Igelring von Erik Urbschat gewählt und wurde dafür mit dem Ring Planet von Niessing belohnt. Wie berichtet leitet Julia Hanisch, Ulm, seit dem 1. Januar 2009 die Geschäftsstelle der Stiftung HfG Ulm und des Internationalen Forums für Gestaltung IFG Ulm. Nach einer Goldschmiedelehre in Ulm hatte sie Produktdesign in Schwäbisch Gmünd studiert und einige Jahre u.a. in der Firma Charlotte Ehinger-Schwarz gearbeitet.

Zu ihrem Ring aus mattiertem Edelstahl mit einem blauen Farbstein sagte Julia Hanisch: „Es ist ein schöner schlichter Ring mit einer klaren Form. Dass man dank der drehbaren Kugel damit spielen kann, das ist raffiniert.“ Man müsse sich aber etwas an die kräftige Ringschiene gewöhnen, ergänzt die Designerin. Dass jetzt eine Gestalterin mit Schmuckhintergrund nicht unwesentlich am Erbe der legendären Hochschule für Gestaltung mitwirkt, hat eine besondere Note. Während am Bauhaus Schmuck und zahlreiche Silberschmiedearbeiten entstanden, verzichtete man in Ulm auf diesen Gestaltungsbereich. Doch nun wirkt nicht nur Julia Hanisch, die gelernte Goldschmiedin und Produktdesignerin, an dem Erbe der legendären HfG Ulm mit. Mit Charlotte Ehinger-Schwarz als Hauptmieter ab Frühjahr 2011 wird die HfG Ulm durch Schmuckgestalter ergänzt.

Die kommerzielle Nutzung gefällt nicht allen ehemaligen HfGlern vom „club off ulm e.V.“, berichtete die Ulmer Südwestpresse kürzlich. „Den Ehemaligen hingegen schwebt ein gesellschaftspolitisch relevantes Nutzungskonzept vor“, schreibt die Tageszeitung. Es werde die Idee eines „Globalen Zentrums des Designdialogs“ für Ulm entwickelt. Julia Hanisch bleibt da gelassen. Mit ihrem Niessing-Ring könnte sie den HfGlern immerhin jetzt beweisen, dass es auch im Schmuck spannende Dialoge der Moderne gibt. Von der Designkompetenz Niessings ist sie überzeugt, seitdem sie den Ring Iris von Matthias Mönnich kennengelernt hat. „Das wird mal mein Trauring“, sagt sie.