Punkt und Linie – Fürimmerringe

Fürimmerringe von Dittelmann&Jank, verschiedene Metalle, geschmiedet. Foto Michael Jank.
Die englische Financial Times bezeichnete eine Brosche von Bettina Dittelmann als sammlungswürdige Kunst des 21. Jahrhundert. Seit 1998 arbeitet sie in einem gemeinsamen Atelier mit Michael Jank zusammen. Vom 5. bis 27. März sind die neuesten Arbeiten des Künstlerpaars in der Ausstellung „Punkt und Linie“ bei Isabella Hund in München zu sehen. Vernissage: 4. März, 2010, 18.00 Uhr. Dittelmann&Jank stellen dabei auch Katalog „Unsere Sicht der Ringe“.
Zumeist schöpft Bettina Dittlmann aus dem Trivialen. Eisen- und Kupferdraht, gefundene Glasstückchen, kleine Granat- und Amethyststeinchen geraten in ihren Händen zu kunstvollen Gebilden. Dies trifft für ihre zarten „Ringchen“ ebenso zu wie auf die kraftvollen „Fürimmerringe“, einer Koproduktion mit Michael Jank, ihrem Lebens- und Arbeitspartner. In den Fürimmerringen bleiben die Schmiedprozesse sichtbar. In jedem Ring verbindet sich der Mythos des Materials mit jenem des Formens unter Zuhilfenahme von Feuer, Amboss und Hammer. Die Ringe sind aus Kupfer oder Eisen, Feinsilber oder Feingold. Wer ein solches Stück trägt, setzt ein Signal, nicht nur für Kunstsinn, sondern für die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.

Auf den Amboss geformt: Fürimmerringe, Feinsilber 2010. Foto: Michael Jank.
Bettina Dittlmann wurde 1964 in Passau geboren. Von 1983 bis 1986 besuchte sie die Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Neugablonz. Zwischen 1986 und 1989 folgte eine Mitarbeit bei der renommierten Goldschmiedin Christa Lüthje. Ab 1987 parallel dazu das Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Hermann Jünger. 1989 ging Bettina Dittlmann an die State University of New York, New Paltz, um bei den Professoren Jamie Bennett und Fred Woell ihr Schmuckstudium fortzusetzen. Master of Art kann sie sich seitdem nennen. Anschließend folgten wieder zwei Jahre in München bei Professor Otto Künzli, der zwischenzeitlich die Nachfolge von Hermann Jünger an der Kunstakademie angetreten hatte.
Der Wechsel zwischen den Kulturen bestimmte auch die nächsten Jahre. Ihre erste Werkstatt betrieb Bettina Dittlmann von 1994 bis 1996 in New York, dann kam ein Studio in München, wo sie zudem als Assistentin von Otto Künzli an der Akademie wirkte. 1998 begann die Zusammenarbeit mit Michael Jank. Einer Lehrtätigkeit an der Universität of Oregon im Jahre 1999 folgte ein Atelier in Berlin-Moabit von 2001 bis 2003. Seit 2004 betreibt sie zusammen mit Michael Jank in Wald in Niederbayern eine gemeinsame Werkstatt.
Auffällig ist die komplexe Symbolik in den Schmuckarbeiten von Bettina Dittelmann. Ihr Schoten, Herzen, Nester, Sonnen, Sterne, Kreuze, und filigranen Drahtkörper entstanden an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten, als Reaktion auf Gesehenes, Erfahrenes und Erlesenes. Sie erinnern an Verborgenes, Vergangenes, Gegenwärtiges und sich Veränderndes. Als Schmuck getragen werden ihre Kunstwerke zu auffälligen Zeichen, mehrdeutig interpretierbar, von Land zu Land, von Person zu Person.

Galerie Isabella Hund, Schmuck, Frauenplatz 13, 80331 München. „Punkt und Linie – Fürimmerringe“, Dittelmann&Jank. Ausstellung vom 5. bis 27. März. Vernissage 4. März, 2010, 18.00 Uhr im Beisein der Künstler. Katalog „Unsere Sicht der Ringe“.



