Babetto in München / Online Magazin

Babetto in München

17. März 2010 München

Ring von Giampaolo Babetto, 1993. © Die Neue Sammlung, Foto Lorenzo Trento, Padua.

Einem der Wegbereiter des zeitgenössischen Schmucks, Giampaolo Babetto, ist eine Ausstellung in der Pinakothek der Moderne in München gewidmet. Noch bis 30. Mai 2010 sind dort Werke aus allen Schaffensphasen zu sehen.

Giampaolo Babetto (geb. 1947 in Padua) beeinflusst seit den späten 1960er Jahren die avantgardistische Goldschmiedeszene. Er ist einer der Protagonisten der so genannten Schule von Padua und prägt ganz entscheidend das Bild des italienischen Autorenschmucks. „Babettos Arbeiten reflektieren ein raffiniertes ästhetisches Konzept, das auf
Dialog, auf Verflechtungen und gegenseitiger Durchdringung der Kunstgattungen beruht“, schreibt Florian Hufnagl, Direktor der Neuen Sammlung.

Kette aus dem Jahr 1995. © Die Neue Sammlung, Foto Giustino Chemello, Vicenza.

Das Werk von Babetto spiegelt zeitgenössische Kunstrichtungen wie die Konkrete Kunst, Minimal Art, Kinetische Kunst oder Op Art in einer ganz eigenen, puristischen plastischen Form. Aus abstrakten Elementen zusammengefügt, in Module zerlegt oder mit ausgeklügelten Verbindungsstücken beweglich gemacht, besitzen seine Arbeiten dennoch tektonischen Charakter – Mini-Architekturen, Mini-Skulpturen. Der mehrfach ausgezeichnete Schmuckkünstler bevorzugt das Gold wegen seiner stabilen Geschmeidigkeit und seines warmen Glanzes und kombiniert es mit unkonventionellen Materialien wie Kunststoff oder Glas, bestäubt es mit samtigem Pigment in leuchtendem Rot oder Blau, setzt Email und alte Niello-Technik ein.

Er wurde schon als »multimedialer Operateur« bezeichnet, widmet er sich doch neben dem Schmuck auch Silbergerät, Möbeldesign und Architektur-Projekten. Sein Oeuvre offenbart hohen Anspruch in der Auseinandersetzung mit verschiedenen künstlerischen Disziplinen, gepaart mit Systematik und Experimentierfreude. Mit seinen expressiven und doch tragbaren Stücken ist Babetto einer der international einflussreichsten Schmuckkünstler.

Ring von Giampaolo Babetto, 1969. © Die Neue Sammlung, Foto Lorenzo Trento, Padua.

Armband, 1976. © Die Neue Sammlung, Foto Giustino Chemello, Vicenza.

Kette, 1968. © Die Neue Sammlung, Foto Lorenzo Trento, Padua.

Giampaolo Babetto und Die Neue Sammlung entwickeln in enger Zusammenarbeit die Ausstellung eigens für die Situation in der Pinakothek der Moderne mit ihrem lichtdurchfluteten, kreisrunden Galerie-Raum im zweiten Obergeschoss der Rotunde, dessen spezielle architektonische Gegebenheiten jedes Jahr aufs Neue durch einen anderen Künstler der internationalen Autorenschmuckszene und sein Werk interpretiert werden.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Texten von Dorothea Baumer und Ellen Maurer sowie Photographien von Ulrike Myrzik und Manfred Jarisch.

Die Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne, Barer Str. 29, 80799 München, Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 20 Uhr, Montag geschlossen. Weitere Informationen unter www.die-neue-sammlung.de

Posted In Ausstellungen