Talente in Technik und Gestaltung

Den TALENTE-Preis für Technik erhielt Noa Habas aus Israel für diese Uhr.
153.000 Besucher wurden von der Internationale Handwerksmesse München. 3. – 9. März gemeldet. Die vier Sonderschauen der Handwerkskammer für München und Oberbayern – EXEMPLA, TALENTE, SCHMUCK und MEISTER DER MODERNE – erhielten auch in diesem Jahr Lob und Anerkennung. Der Keramik-Schwerpunkt der EXEMPLA wurde in TALENTE durch interessante internationale Beiträge junger Keramiker ergänzt: Die 99 Teilnehmer stammten aus 24 Ländern und wurden aus über 400 Bewerbungen ausgewählt.
„Erfreulich war es, dass in diesem Jahr auch Beiträge von jungen Künstlerinnen aus Russland und der Türkei gezeigt werden konnten. Es ist zu hoffen, dass sich die Zusammenarbeit mit diesen Ländern in den nächsten Jahren noch verstärken lässt.“ So Dr. Michaela Braesel, die gemeinsam mit Wolfgang Lösche für die Organisation der Talente-Ausstellung zuständig war. Nachfolgend die Siegerarbeiten des Talente-Wettbewerbs mit den Begründungen der Jury. Zu den Blindenuhren von Noa Habas aus Israel, oben, heißt es:
„Noa Habas‘ Uhren überzeugen durch ihren neuartigen Ansatz, ihren hohen Nutzwert und ihre Behandlung aktueller gesellschaftlicher Themen. Ihr Konzept erscheint ausbaufähig – so könnten noch weitere Funktionen hinzugefügt werden, die den Blinden den Alltag erleichtern. Sie dienen als Hilfestellung, ohne den Blinden gleich als solchen zu erkennen zu geben.“
Talente Preise für Gestaltung 2010

Mika Barr, Israel, Preisträgerin für ihre Textilarbeit.
Begründung der Jury: „Mika Barrs Textilien besitzen eine experimentelle Qualität. Sie faszinieren in ihrer organischen Anmutung und skulpturalen Erscheinung, die durch die Technik ermöglicht wird. Die in Siebdrucktechnik aufgebrachte Druckpaste erlaubt nach der Härtung das plastische Gestalten des eigentlich flächigen Musters.“

Erik Stehmann, Niederlande, wurde für ihr „Lichtmobile“ geehrt.
Begründung der Jury: „Die Lampen von Erik Stehmann bilden ein buntes bewegliches Lichtmobile, das einen fröhlichen, spielerischen Charakter besitzt. Es gefällt als eine sich verändernde Lichtinstallation, die gut im öffentlichen Raum vorstellbar ist.“

Gerdiene van de Pol, Niederlande, innovatives Spinnrad.
Begründung der Jury: „Gerdiene van de Pols Spinnrad entspricht dem Zeitgeist, indem es das neue Interesse für Handarbeiten, Traditionen und die Existenz in der Zukunft zeigt. Die Gestalterin findet eine neue Formulierung für eine bestehende Form und Funktion. Dabei bildet die Reminiszenz an Autos, Fahrräder, Filmprojektoren ein Irritationsmoment, das den Reiz der Arbeit noch steigert.“

Katharina Dettar, Spanien/Deuschland, Preisträgerin mit Schmuck.
Begründung der Jury: „Katharina Dettars Broschen besitzen eine poetische Qualität. Durch den Einschluss von Stein und Photographien verweisen sie – wie durch den Titel der Serie „Memento mori“ unterstrichen wird – auf Friedhöfe und Erinnerungen. Sie faszinieren durch den subtilen Umgang mit dem Papiermaterial und Photographien.“

Beatrice Brovia, Schweden/Italien, Schmuck.
Begründung der Jury: „Beatrice Brovias Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema von Erwachsenwerden und Initiation. Das Abschneiden des Harzes von dem Block, eine gewisse Rauheit ist in diesem Sinne zu deuten. Ihr konzeptueller Schmuck ist eher als „ritueller“ Schmuck zu sehen, der zu besonderen persönlichen Anlässen angelegt wird. Die Oberflächenqualität und die Übereinstimmung von Konzept und Ausführung überzeugen.“

Veronika Gantioler, Italien, Urne.
Begründung der Jury: „Veronika Gantiolers Urne ist von poetischer Qualität und folgt zeitgenössischen Anliegen, die Aspekte von Nachhaltigkeit sowie ökologische und ethische Kriterien betreffen. Sie ist vielschichtig im Ansatz und beantwortet ein Bedürfnis nach einer neuen, alte Gewohnheiten hinterfragenden Bestattungskultur.“

Young-I Kim, Deutschland/Südkorea, Metall.
Begründung der Jury: „Die „charakterisierten Gefäße“ Young-I Kims überzeugen durch ihre hohe handwerkliche Qualität, die delikate und subtile Farbigkeit sowie ihre Originalität. In Form und Farbe bilden sie das Porträt einer bestimmten Person.“

Min Soo Lee, Südkorea, Keramik.
Begründung der Jury: „Die Arbeiten Min Soo Lees sind von schlichter Eleganz und hoher handwerklicher Qualität. In der Farbwahl und den Ausschnitten in Form koreanischer Schriftzeichen folgen sie koreanischen Traditionen. Gelungen ist die Einheit von Form und Konstruktion, da die Zylinder aus mehreren ineinander gefügten Zylindern gebildet werden, deren Schichten an den Rändern sichtbar sind.“



