Verfolgt von 36 Frauen

Armreif „Icecream girl“ aus der Serie „Haunted by 36 women“ von Ted Noten, 2009.
Ted Noten ist bekannt für seine unkonventionelle und innovative Art der Schmuckentwicklung sowie für seine grenzüberschreitende Arbeitsweise. Die Villa de Bondt in Gent, Belgien, widmet dem Schmuckkünstler eine Ausstellung, die noch bis 8. Mai läuft.
Ted Noten vereint alle Disziplinen, in denen er arbeitet, in einem Konzept: Design, Angewandte Kunst und Visuelle Kunst. Die gegebenen Möglichkeiten schöpft er bis zum Äußersten aus und erreicht dadurch eine radikal zeitgemäße Interpretation des uralten Goldschmiedehandwerks. Für seine Acryl-Ringe, Broschen und Halsketten verwendet er ebenso gerne Juwelen wie Insekten und Mäuse. Seine kontroverse Einstellung zeigt sich auch in den Acryl-Handtaschen, mit denen er auf das Verhalten der Reichen und Schönen anspielt, zum Beispiel, indem er einen Revolver oder eine Linie Koks in seine Werke integriert.

Atelier Ted Noten: „Salamander Bracelet“, 2009. Salamander, Gold, Diamant, Acryl.
Eine seiner neusten Ideen war, 36 Ringe für verschiedene Frauentypen zu kreieren: die Femme Fatale, die Nymphomanin, die Feministin, die Modeverrückte, die Schüchterne. Alle Klischees, Archetypen und Träume werden hier verarbeitet. Ausgangspunkt ist jeweils ein assoziatives Porträt, eine monumentale Kollage mit mehr oder weniger relevanten „objects trouvés“. Die Bandbreite der Fundstücke reicht von Schuhen und Reifen bis hin zu Porzellanfigürchen und Plüschtieren.
Noten wurde vom visuellen Künstler zum Schmuckdesigner, indem er die Kompositionen für seine Skulpturen am Computer maßstabgetreu verkleinerte und Objekte in allen möglichen Materialien und Ausführungen daraus machte. Stark verkleinerte Versionen wurden so am Finger oder am Handgelenk tragbar. Auf der Basis jeder Kollage produziert er nur einen einzigen Goldring als Unikat. Darüber hinaus fertigt er mit Hilfe moderner Computertechnologie Kleinserien in Stahl, Nylon oder Titan.

Aus einer monumentalen Kollage werden Ringe und Armreife.

Der Goldring „Pig“ ist ein Unikat. Atelier Ted Noten, 2009.

Schweinchen-Armreif, 2009. Fotos Ted Noten, Amsterdam, Niederlande.
Bei einem anderen Projekt fängt Ted Noten die Realität in Acryl ein. Reale Gegenstände leihen hier lediglich ihre Form und Bedeutung. Die große Bandbreite an Assoziationen, welche der zweckentfremdete Gegenstand hervorruft, die einmalige Detailgenauigkeit, welche durch die Produktionstechnologien möglich ist, sowie die maßstabgetreue Verkleinerung verleihen diesen Schmuckstücken etwas Mystisches. Mit diesem Projekt verführt Ted Noten nicht nur die 36 Frauen, sondern auch Goldliebhaber und ein breiteres Publikum.
Werke von Ted Noten sind noch bis 8. Mai in der Villa de Bondt in Gent, Belgien, ausgestellt. Krijgslaan 124, 9000 Gent, Belgien. Weitere Informationen unter www.villadebondt.be



