On The Move / Online Magazin

On The Move

13. April 2010 Hanau

Arbeit der Stadtgoldschmiedin Hilde De Decker. Alle Fotos: Hilde de Decker.

In einer Doppelausstellung zeigt das Goldschmiedehaus Hanau die Ausstellungen „On The Move – Die Hanauer Stadtgoldschmiedin Hilde De Decker“ sowie „Stroh zu Gold – Die Staatliche Zeichenakademie Hanau“ Die Eröffnung findet am 15. April, 19.00 Uhr statt. Hier zunächst ein Vorgeschmack über die jüngste Hanauer Stadtgoldschmiedin Hilde De Decker und was sie bewegt.

Im Jahre 2004 wurde in Hanau die Einrichtung des Stadtgoldschmieds / der Stadtgoldschmiedin ins Leben gerufen. Nachdem 2004 der Goldschmiedemeister Rudolf Bott aus Neuburg an der Donau zum ersten Stadtgoldschmied ernannt wurde, erhielt der japanische Schmuckkünstler Jiro Kamata aus München diese Auszeichnung im Jahre 2006. 2008 wurde Hilde De Decker aus Londerzeel in Belgien zur neuen Stadtgoldschmiedin ernannt.

Diese „Kaffeetasse“ von Hilde De Decker ist ab 15. April im Goldschmiedehaus zu sehen.

Arbeitsfotos von Hilde De Decker, Stadtgoldschmiedin von Hanau.

Übungen in der Kunst des Weglassens. Hilde De Decker.

Über Ihre Arbeit schreibt Hilde De Decker: „Voller Leere – Stell Dir vor, Du gehst in eine Ausstellung und es gibt nichts zu sehen. Du streifst durch die Gänge, und Du merkst, dass alle vor langer Zeit und endgültig das Gebäude verlassen haben. Das Museum klingt hohl, aber die Räume sind nicht leer. Wenn du richtig hinschaust wird gerade das gezeigt, was nicht da ist. Das was nicht mehr da ist, oder nie da gewesen ist. Du erkennst, dass die einzige Kunst die dort zu sehen ist, die Kunst des Weglassens ist. Weglassen bedeutet jedoch nicht eine Form der Verminderung. Es ist ein konstruktiver Begriff; der Betrachter wird eingeladen die Lücken selbst zu füllen. Er baut die Ausstellung selbst in seinem Kopf auf. Darum verbirgt sich das Persönliche nicht in einer vorab festgelegten Thematik, sondern in der individuellen Vorstellungskraft eines jeden Zuschauers. Das – sofern nicht weggelassene – Bild appelliert an eine Form des Erkennens vertrauter Erinnerung. Mit einem Ruck am Seil wird Dein eigenes Archiv von mentalen Bildern geöffnet.

Die verbrauchten, vorübergegangenen oder verblassten Dinge lassen die Materialität in und durch ihre Abwesenheit erneut erscheinen. Die Suggestion eines Bildes führt immerhin zu einer anderen, subtileren Auslegung des Begriffs Materie. Die Verblassung hinterlässt eine Spur und macht die Abwesenheit eines Bildes wieder ertastbar. Diese Ausstellung „voller Leere“ balanciert so auf der Grenze zwischen ertastbarem und abwesendem Bild.“

Die Inszenierung der Ausstellung wird von der Künstlerin selbst ausgeführt.

Die Ausstellung ist bis 6. Juni 2010 im Silbersaal des Deutschen Goldschmiedehauses täglich, außer montags, von 11-17 Uhr geöffnet. Öffentliche Führungen am 25. April und 16. Mai jeweils um 11 Uhr.

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