Inner Nomad / Online Magazin

Inner Nomad

29. Juli 2010 München

Herman Hermsen, ist ein erfindungsreicher Schmuckkünstler und Produktdesigner. Als Konstruktivist und Minimalist erprobt er phantasievoll – seit seiner Zeit als Assistent bei der großen Schmuckpionierin Emmy van Leersum – neue Möglichkeiten einer zeitgemäßen Schmuckästhetik. Nicht selten spielt Hermsen dabei humorvoll ebenso wie tiefsinnig mit Ironie und Illusion. Der Bayerische Kunstgewerbe-Verein e.V. widmet Hermsen vom 30. Juli bis 12. September 2010 in der Galerie für Angewandte Kunst jetzt eine Ausstellung.

Über den vielseitigen Designer, Künstler und Professor an der FH Düsseldorf schreibt Dr. Barbara Maas: „Minimalistisches Design, innovative Technik und eine Abkehr von den traditionellen Vorstellungen des Schmucks als Statussymbol kennzeichnen die Arbeiten von Herman Hermsen.

Neben Schmuck sind Lampen ein Lieblingsthema von Herman Hermsen

Ausgebildet als Produkt-Designer, galt Herman Hermsens erste Passion zunächst den Lampen. In der Hinwendung zum Schmuck folgte er in den 1980er Jahren dem Zeitgeist der jungen Generation. Er lehnte die herkömmlichen Normen von Schönheit und Eleganz ab, verwendete bemalten Stahldraht, Aluminium oder Kunststoff und verzichtete auf bekannte Verschlusslösungen. Das Ergebnis war ein erfrischend unkonventioneller, unbekümmerter und frecher Schmuck für ein junges Publikum.

Minimalismus mit sichtbaren Funktionselementen. Rohrkette, Silber, Gold, 1998.

In den 1990er Jahren blieb die Formgebung reduziert, zu den innovativen Fertigungstechniken kamen sowohl ornamentale Aspekte als auch die Verwendung von Edelmetallen und später von Steinen hinzu. Halbedel- oder Glassteine strahlen mit dem Glanz ihrer intensiven Farben eine Aura von kühler Erotik und diskretem Luxus aus.

Es darf auch glitzern

Viele seiner nach 2000 geschaffenen Schmuckstücke zeigen ein fast schon übertriebenes Maß an Glitzer und Glimmer. Zur gleichen Zeit entstehen aber auch Arbeiten, die der Konzeptkunst sehr nahe stehen. “Slice of Jewellery” ist der Titel eines nach 2000 entstandenen konzeptuellen Schmuckstückes, eines Halsschmuckes, der genau das ist, was der Titel besagt: eine Scheibe Amethyst und weiter nichts. „Still going strong“ heißt die Devise, völlig überzeugend und kompromisslos.“ (Dr. Barbara Maas, Fachhochschule Düsseldorf, ist Lehrbeauftragte für Gestaltungswissenschaften / Positionen der angewandten Kunst.)

Nijmegen, Arnheim, Düsseldorf

Herman Hermsen, 1953 in Nijmegen in den Niederlanden geboren, studierte von 1974 bis 1979 am ArtEZ Institute of the Arts in Arnheim und ging nach einer Assistenzzeit ab 1985 in die Lehre. Bis 1990 unterrichtete er Produktdesign an der Utrecht School of the Arts (HKU) und kehrte anschließend nach Arnheim zurück, um an der dortigen Hochschule als Dozent zu arbeiten.

Seit 1992 ist Hermsen Professor für Produkt- und Schmuckdesign an der Fachhochschule Düsseldorf. Seine Arbeiten, die sich in den Sammlungen renommierter Museen befinden, wurde Hermsen mehrfach international ausgezeichnet.

Herman Hermsen – Inner Nomad
vom 30. Juli bis 12. September 2010
Eröffnung 29. Juli 2010 18.30 bis 20.30 Uhr
Galerie für Angewandte Kunst – Bayerischer Kunstgewerbe-Verein e.V.
Pacellistraße 6–8, 80333 München, +49(0)89 290 1470
www.kunsthandwerk-bkv.de, Mo bis Sa 10 bis 18 Uhr

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