Mein Design ist Schmuck / Online Magazin

Mein Design ist Schmuck

22. Oktober 2009 Nürnberg

Klare Form und ornamentale Verspieltheit: Rosenbroschen von Sabine Ziegler. Silber 925, Edelstahl, 4,5 × 6 cm.

Der zweite Beitrag, den wir von den NÜRNBERGER NACHRICHTEN übernehmen, zeigt das Werk der Schmuckgestalterin Sabine Ziegler. In beispielhafter Weise werden in dieser Tageszeitung kreative GestalterInnen der Region vorgestellt. Die Zusammenarbeit entstand durch unseren Kontakt zur NN-Feulliton-Redakteurin Susanne Helmer anlässlich der Buchvorstellung „Schmuck-Design der Moderne“ in der Galerie Voigt, Nürnberg. Besten Dank an Susanne Helmer, an Frau Dr. Birgit Ruf und den Verlag für die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Textes, der am 23. 9. 2009 unter dem Thema „MEIN DESIGN“ in „Nürnberg extra: Kultur und Freizeit in Nürnberg“ erschien. Die Verfasserin ist Dr. Birgit Ruf. Bilder: Sabine Ziegler, Bildunterschriften: Art Aurea.

«Pralinen« aus zierlichen Silberbändern

Liebe zur klaren Linie: Sabine Ziegler entwirft Ringe, Ohrringe, Ketten und Broschen

NÜRNBERG – In unserer Serie «Mein Design« stellen wir kreative Nürnbergerinnen und Nürnberger vor. Heute die Schmuckdesignerin Sabine Ziegler, die zusammen mit Atelierkolleginnen und Keramikerinnen als Gästen am kommenden Wochenende zu einer Herbstausstellung einlädt.

Wäre Sabine Ziegler bildende Künstlerin geworden, dann – das darf man vermuten – wohl nicht Malerin oder Bildhauerin, sondern Zeichnerin. Denn auch ihre Schmuckstücke, seien es Ringe, Broschen, Ohrringe oder Ketten, haben etwas ausgesprochen Grafisches. Das liegt daran, dass sie für ihre Entwürfe gerne mit Silberbändern arbeitet, die sie rollt, wickelt, faltet, zu Spiralen und blütenähnlichen Mustern legt. Mit Pralinen und Barockfenstern vergleicht die Designerin selbst manche ihrer Ohrstecker. Und vor allem bei den zierlichen Ketten spielt sie ihre Erfahrung im Umgang mit der Linie aus: Winzige geschwungene quadratische Röhrchen, die auf ein Stahlseil gefädelt wurden, umspielen den Hals in sanften Wellenbewegungen.

KAUM GOLD

Mit Farbe geht die Goldschmiedin sehr sparsam um: Ringe mit bunten Steinen sind eher die Ausnahme in ihrer Kollektion. Und auch Gold taucht auch nur hin und wieder auf. «Ich mag Silber einfach wahnsinnig gerne«, sagt die 48-Jährige und zeigt ihre Fingerschmuck-Kollektion mit in- und übereinander gesteckten Ringen.

Wellenkette von Sabine Ziegler, Silber 925, 45 cm lang.

Ring beweglich, bestehend aus vier Ringen, Silber 925, Höhe 18 mm.

Sehr grafisch und damit sehr klar, ohne aber nüchtern zu wirken, sind all ihre Entwürfe. Und auch wenn sie ornamentale Formen aufgreift, wirkt das nicht lieblich-verspielt, sondern man spürt die konzeptuellen Überlegungen dahinter. «Ich beschränke mich lieber auf ein Thema, als mich zu verzetteln«, sagt Ziegler. Von der Formensprache her sehr ähnliche Silberringe erhalten beispielsweise durch unterschiedlich bearbeitete Oberflächen einen jeweils ganz anderen, eigenen Charakter.

WANDELBARE SCHMUCKSTÜCKE

Derzeit arbeitet die Designerin vorwiegend an Broschen. Dafür werden verschieden große Silberringe in- und übereinander geschoben. Am Papier testet Ziegler zeichnend die Wirkung: Was passiert wenn hier ein Steg stehen bleibt oder dort einer weggenommen wird?

Kannen, Besteck oder Becher, also das klassische Betätigungsfeld von Silberschmieden, haben Sabine Ziegler nie besonders interessiert. An der Fachhochschule in Schwäbisch Gmünd studierte sie Schmuckdesign, legte ein Diplom ab – und setzte noch ein Studium in der Metallklasse an der Nürnberger Kunstakademie oben drauf. Schon während des zweiten Studiums baute sie sich ein eigenes Atelier auf, fuhr mit ihren Arbeiten auf Messen und knüpfte Kontakte zu Galerien. Seit 17 Jahren betreibt sie mittlerweile ihr Atelier in der Wilhelm-Marx-Straße 9. www.atelier-ziegler.de. Ruf

Bietet auch Raum für Schmuckkurse: Sabine Zieglers Werkstatt in Nürnberg.

Nachtrag: Neben ihrem Schmuckschaffen gibt Sabine Ziegler Tanzunterricht. Ergänzend zu dem aufschlussreichen Text in den Nürnberger Nachrichten wollten wir noch wissen, was ihr dies bedeutet und ob der Tanz ihre Schmuckarbeiten beeinflusst?

Sabine Ziegler: „Der Tanzunterricht bedeutet für mich eine Erweiterung und Bereicherung meines Lebensraumes. Er ist verbunden mit Bewegung, Musik und dem unmittelbaren Kontakt mit meinen Schülern. Er ist der Gegenpol zu der eher zurückgezogenen Arbeit in meiner Werkstatt. Ob er mein Schmuckschaffen beeinflusst kann ich selbst nicht sagen, ich beziehe ihn nicht bewusst mit in meine Arbeit ein, aber ich denke er wird seine Spuren hinterlassen.“