Momente und Bestandteile / Online Magazin

Momente und Bestandteile

27. Oktober 2009 Genf

Halsschmuck von Iris Bodemer, 2008, ‘Ingredients’, Calzedon, rekonstrukturierter Ivorit, Silber und Wolle.

Vom 29. Oktober bis 28. November zeigt die Galerie Tactile, Genf, die Ausstellung „Iris Bodemer und Bettina Speckner – Moments and Ingredients“. Da wir im Rahmen des Beitrags „Zeitfassungen“ vom 16. September, Ausstellung bei Eva Maisch, Würzburg, (posted in Ausstellungen) kürzlich erst über Bettina Speckner berichtet haben, stellen wir ihre Stücke am Ende unkommentiert vor und gehen hier auf das Schmuckschaffen von Iris Bodemer ein.

IRIS BODEMER

Iris Bodemer wurde 1970 in Paderborn geboren. Von 1989–1992 besuchte sie das Berufskolleg für Formgebung und von 1992–1996 die Hochschule für Gestaltung, beide in Pforzheim. Anschließend folgte von 1997–1998 ein Jahr am Sandberg Institut, Amsterdam. Seitdem lebt und arbeitet die Schmuckkünstlerin in Pforzheim.

Fabrice Schaefer, Galerie Tactile, Genf, schreibt über ihr Werk: „Die immense Kraft der Arbeit von Iris Bodemer resultiert aus ihrem ‚Facettenreichtum’. Dank ihrer Erfindungsgabe und ihrer künstlerischen Sensibilität führt Iris Bodemer mit Techniken der Assemblage außergewöhnliche Materialien mit bestechender Selbstverständlichkeit zusammen und erweitert so den Schmuckbegriff. Ihr Schmuck dient nicht mehr allein der Zierde des Körpers. Vielmehr erreicht er durch seine Präsentation und das umfassende Konzept, in das er eingebettet ist, den Status vollkommen eigenständiger Kunstwerke.
 Die Vielschichtigkeit der schöpferischen Ansätze führen zu einem scheinbar unerschöpflichen Reichtum. Mit jedem Blick, den wir auf ihre Kreationen werfen, werden wir stets neu beseelt.“

Iris Bodemer, Halsschmuck 2008, „Ingredients“. Rattan, Perlen, Gold 750.

Zu sehen in der Galerie Tactile, Genf: „Ingredients“ von Iris Bodemer, 2008. Glas, Walnüsse, Wolle, Silber.

Cornelie Holzach, die Leiterin des Pforzheimer Schmuckmuseums, bemerkte 2008 zu den Arbeiten: „Halsschmuck mit zentriert angeordneten Anhängern oder auf die Mitte hin konisch zulaufende Verdichtungen nehmen ganz eindeutig die tradierten Formen der Goldschmiedkunst auf, aber wie anders sind doch die Lösungen! Es ist die Freude an der Üppigkeit zu spüren und zugleich die hochkonzentrierte Aufmerksamkeit, die in allen Arbeiten steckt.“

Die Arbeiten von Bettina Speckner gehen von einem narrativen Ansatz aus. Sie stellen eine ideale Ergänzung zum Werk Iris Bodemers dar in dieser sehenswerten Ausstellung der Genfer Schmuckkunstgalerie.

Typisch für Bettina Speckner sind alte oder selbst gemachte Fotos wie in dieser Brosche von 2009: Photo in Email, Silber.

Halsschmuck von Bettina Speckner, 2008. Photo in Email, Turmalin, Silber, Steinperlen.

Bettina Speckner, Brosche, 2007: Ferrotype, Silber, Koralle, Ahornholz.

Brosche von 2007: Photoätzung in Zink, Silber, Korallenkameen.

Galerie TACTILE, 8, place du Grand-Mézel, 1204 Genève, www.tactile.ch

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